Wohlbefinden

PMS oder PMDS? Wann es mehr als Hormonschwankungen ist

5 Min. Lesezeit·VITAMARIE Magazin

Bis zu 80% der Frauen erleben prämenstruelle Symptome. Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Wassereinlagerungen, Heisshunger. Das ist so verbreitet, dass viele Frauen es schlicht akzeptieren: So ist das halt vor der Periode. Aber es gibt eine Grenze, jenseits derer es sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung handelt.

Was ist PMS?

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet körperliche und psychische Beschwerden, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem Einsetzen der Menstruation verschwinden. Typische Symptome:

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, emotionale Sensitivität
  • Erschöpfung und Schlafstörungen
  • Wassereinlagerungen, Brustspannen, Blähungen
  • Kopfschmerzen, Rückenschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit
  • Heisshunger, besonders auf Kohlenhydrate und Süsses

PMS ist real, biologisch begründet und kein Zeichen von Schwäche. Die Ursachen liegen in der individuellen Sensitivität gegenüber hormonellen Schwankungen in der Lutealphase.

Was ist PMDS?

Die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwere Form des PMS und eine anerkannte psychiatrische Diagnose (DSM-5). Sie betrifft ca. 3 bis 8% der Frauen im gebärfähigen Alter und geht weit über normale prämenstruelle Beschwerden hinaus.

PMDS ist keine schlimme Phase. Es ist eine Erkrankung, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigt und die behandelt werden kann.

Diagnosekriterien für PMDS umfassen mindestens 5 der folgenden Symptome in der letzten Woche vor der Menstruation, die mit Beginn der Menstruation abklingen:

  • Ausgeprägte Depressivität, Hoffnungslosigkeit oder Selbstkritik
  • Deutliche Angst, innere Anspannung, Nervosität
  • Plötzliche Stimmungsschwankungen (z. B. von Traurigkeit zu Tränen zu Reizbarkeit)
  • Anhaltende Reizbarkeit oder Wut, die Beziehungen belastet
  • Vermindertes Interesse an normalen Aktivitäten
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • Ausgeprägte Erschöpfung
  • Veränderter Appetit, Heisshunger
  • Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig)
  • Gefühl des Kontrollverlusts oder Überfordertseins

Entscheidend: Die Symptome müssen das tägliche Leben, die Arbeit oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen.

Warum wird PMDS so häufig übersehen?

Viele Frauen normalisieren ihre Symptome, weil sie gelernt haben, Unwohlsein vor der Periode als selbstverständlich hinzunehmen. Ärztinnen und Ärzte kennen PMDS oft nicht ausreichend. Und weil die Symptome mit Beginn der Menstruation verschwinden, werden sie nicht als kontinuierliches Gesundheitsproblem wahrgenommen.

Hinzu kommt: Für eine valide Diagnose müssen die Symptome über mindestens zwei Zyklen dokumentiert werden. Genau hier kann Zyklustracking eine entscheidende Rolle spielen.

Was hilft?

PMDS ist behandelbar. Mögliche Ansätze umfassen:

  • Ernährungsanpassungen: Magnesium, B6, Omega-3 können Symptome lindern
  • Regelmässige Bewegung, besonders in der Follikelphase
  • Psychotherapie (insbesondere kognitive Verhaltenstherapie)
  • Medikamentöse Therapie: SSRIs gelten als wirksamste Behandlung für PMDS
  • Hormonelle Kontrazeptiva in bestimmten Fällen

Der erste Schritt ist, die eigenen Symptome ernst zu nehmen, zu dokumentieren und mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

VITAMARIE hilft dir, deine Symptome über mehrere Zyklen zu beobachten und Muster zu erkennen. Dieses Wissen ist die Grundlage für jedes gute Gespräch mit deiner Ärztin.

Quellen
American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition (DSM-5).
Yonkers K.A. et al. (2008). Premenstrual syndrome. The Lancet.

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